Harsche Kritik an Schafhaltung. 24.Januar.2007
Posted by Sven de Vries in Nachrichten.add a comment
Aus dem Schweizer Bund:
Polemik gegen allzu belämmerte Opfertheorie
Wolf frisst Schaf: Das geht unter die Haut. Aber das lammfromme Opfer ist auch Subventionengenerator, Lieferant marktwertloser Wolle, Trampel in der Alpenflora, Todbringer für aufgepäppelte Steinböcke.
Das Bild ist fast biblisch. Auf der einen Seite der Wolf, das dunkle, pelzüberzogene Böse, Ikone des archaischen Grauens aus der Zeit, als man Kinder noch mit Grimms Märchen erschrecken konnte. Auf der anderen Seite das Schaf, das Sinnbild lammfrommer Zahmheit, das kuschelwarme, fleischgewordene Schwesterchen des Agnus Dei, das wir – in Pastell gemalt – aus dem Schlafzimmer unserer Grosseltern kennen oder von Saint-Exupéry gekritzelt aus dem «Kleinen Prinzen». Wenn nun vor solchem Hintergrund das Böse (Wolf) grundlos das Gute (Schaf) blutrünstig meuchelt, dann kann dies beim Menschen zum Totalausfall vernunftgesteuerter Reaktionen führen: Er blökt belämmert angesichts der himmelschreienden Ungerechtigkeit, die dem schuldunfähigen Tier widerfährt. Oder er schreibt – als gegenteilige Überreaktion – Leserbriefe wie jenen unlängst im «Schweizer Bauer» erschienenen mit der finalen Schlussfolgerung: «Es gibt genug Schafe, um die paar Wölfe zu füttern.»
Wider die Lammfrömmigkeit. Die urbane «Pro Wolf»-Fraktion ist zugegebenermassen ein komisch naturferner Zirkel: debattiert über «zurück zur Natur» in trendigen Café-Bars und verfolgt die Rückkehr des Wolfs in minergiebelüfteten Büros am Bildschirm – also ohne Gefahr, das strenge, ammoniaklastige Düftchen einer feuchten Schafherde oder die noch animalischere Note eines läufigen Wolfes in die Nase zu kriegen. Trotz solchen Schwächen im wolfsfreundlichen Lager gilt es das Schaf endlich vom übermässigen Opferschutz zu befreien und ihm die Strafmündigkeit zurückzugeben. Die ihm apriori attestierte Lammesfrömme passt nicht zu den Tabus und Widersprüchen der Schafhaltung.
Das Schaf, ein Trampel. Es sei der «Rasenmäher der Nation», rühmen rührige Schafhalter das Tier. Stimmt. Nur ist der rasende Mäher auch ein Trampel. Zu viele unbehirtete Schafe mähen zu lange auf zu hoch gelegenen Weiden – und das ist der artenreichen Alpenflora Tod, denn die Tiere rupfen zu gründlich, treten an steilen Lagen manch schöne Erosion los. Weil die Schweiz heute gut doppelt so viele Schafe zählt wie in den 1930er-Jahren, nimmt das Problem zu statt ab. Das beruhigende Beispiel ist der Schafberg bei Amden. Dort gehts der Flora gut – seit die Schafalpung aufgegeben wurde.
Tod durchs Schaf. Die 250 000 gesömmerten Schafe lecken am selben Salzstein wie unzählige der rund 100 000 Gämsen und 13 000 Steinböcke, die unsere Tourismusindustrie für ihr «Branding» braucht. Der Kontakt ist tödlich. Infiszierte Schafe – ein riesiges Erregerreservoir– tragen dazu bei, dass immer wieder Steinböcke in bestem Alter an Gämsblindheit erkranken, an Moderhinke erlahmen und hilflos ins Tobel, respektive in den Tod, stürzen. Dabei hatte die Schweiz ihre heutige Steinbockpopulation mit grossem Aufwand und dank einem kunstvollen Raub (1906) aus den Beständen des italienischen Königs ach so mühevoll aufgebaut!
Der Artikel geht noch weiter. Den ganzen Artkel lesen.
Buchtipp: Schafe. Das Fotobuch für die Praxis. 24.Januar.2007
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Zum Buch
In 680 farbigen Fotos und Fotoserien und knappen, klaren Texten werden alle Aspekte, die mit dem Nutztier Schaf, seiner Haltung, Pflege und seinen Produkten zu tun haben, dargestellt. Sämtliche Arbeiten und Abläufe in der Schafhaltung werden detailliert gezeigt und erklärt. Themenbereiche sind: Porträts verschiedener Schafrassen, das Verhalten der Schafe, der Umgang mit ihnen, das Schaf als Landschaftspfleger, die verschiedenen Arten des Herdenmanagements, Fütterung, Stall- und Weidepflege, Zucht und Lämmeraufzucht, Gesunderhaltung, Produktegewinnung und -verarbeitung. Aber auch die Freude, die die Schafhaltung mit sich bringt und die Schönheit dieser Nutztiere – seit Urzeiten Begleiter des Menschen – zeigt dieses Buch.
Freunde des Verlags über das Buch
Professor Dr. Stanislaus von Korn, Hochschule Nürtingen, Fachbereich Agrarwirtschaft:
“In eindrucksvoller Weise gelingt es in diesem Buch wesentliche Inhalte über das Bild mit jeweils knappen Begleittexten zu erklären und nahe zu bringen. Dabei wird der interessierte Betrachter durch die zahlreichen, hervorragenden und aussagekräftigen Fotos geradezu verführt, das Buch immer weiter zu durchblättern. Insgesamt ein wunderschönes und beeindruckendes Werk, das für jedermann die Schafhaltung vorstellbar macht und näher bringt.”
Rezensionen bei amazon.de:
User schaffreunde: “Schön, endlich mal ein informatives und durch die hervorragenden Fotos sehr ansprechendes Buch über die grasenden Wolken auf vier Beinen! Kein Thema bleibt offen, über Schafzucht bis zur Verwertung sämtlicher Produkte. Määher!”
User karenvollmer: “keine Frage über Schafe bleibt offen…Dieses Buch fasziniert durch seine hervorragenden Fotos und gibt vielfältige Informationen zum Thema Schaf. Ein gelungenes, anschauliches Buch!
User thomasvfischer: “Das Buch mit dem schlichten Titel Schafe zeigt mit vielen hervorragenden Farbbildern alle Aspekte der Schafe und deren Zucht. Dazu gehören Schafe in allen Lebenslagen, aber auch viele Details zu Haltung, Pflege, Zucht, Stall und Produkten vom Schaf. Jedes Bild ist kommentiert, womit beim Schmökern ausreichend Information vermittelt wird und sehr interessante Einblicke in den alltäglichen Umgang gegeben werden. Die vielen sehr gelungenen Farbphotos sind immer wieder schön anzuschauen, gleichzeitig dient das Buch als Lehrbuch für Einsteiger. Sehr empfehlenswert!”

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