jump to navigation

TV-Tipp: Wölfe, Schafe und Legenden 5.April.2006

Posted by Sven de Vries in Termine.
add a comment

2 Teilige Doku. - 1. Teil - Die Rückkehr der Wanderschäfer in Rumänien & 2. Teil - Das Osterfest der Wanderschäfer in Rumänien

Beschreibung: Die wildesten Geschichten werden von den Wanderschäfern in Rumänien erzählt. Von ihren großen Herden, von dem unglaublichen Reichtum, von den prunkvollen Häusern, die sie in Jina und Poiana, in ihren Dörfern in den Südkarpaten erbaut haben.

Drei Viertel des Jahres ziehen sie mit ihren Herden übers Land auf der Suche nach Weideflächen. Sie schlafen am Boden, leben spartanisch, schlagen sich mit Wölfen herum und mit den neuen Besitzverhältnissen im heutigen Rumänien. Ein Viertel des Jahres leben sie zu Hause wie Herren in ihren prunkvollen Häusern.

Seit Jahrhunderten ziehen die Wanderschäfer aus diesen Dörfern im Herbst mit ihren Herden von 500 bis 1 000 Schafen in die milderen Regionen des Landes, in die Donautiefebene, ins Banat, nach Arad oder ins Hügelland am Tirgu Mures. Dort überwintern sie und kehren zum Osterfest in ihre Dörfer zurück. Das Fest ist für die Schäfer der Höhepunkt des Jahres. Es dauert eine Woche. Danach beginnen schon die Vorbereitungen zum nächsten Aufbruch. Das Weideland um ihre Dörfer ist zu klein für die großen Herden. Zuerst ziehen sie in die Berge auf die Almen und dann, wenn es kälter wird, wieder zu ihren weit entfernten Winterquartieren.

Hintergrund: Jina und Poiana sind zwei Bergdörfer in den Südkarpaten. 20 Kilometer von Sebes, der nächsten Stadt entfernt. Sebes hieß früher einmal Mühlbach und war eine deutsche Siedlung in Siebenbürgen, in Transsylvanien. Jina und Poiana sind die Heimatdörfer der letzten Wanderschäfer in Rumänien. Zum Osterfest kehren die Wanderschäfer in ihre Bergdörfer zurück, bleiben dort drei, vier Wochen, ehe sie wieder, wie seit Jahrhunderten, die Wanderungen zu den weitentfernten Weidegründen für ihre Schafe aufnehmen. Im Sommer ziehen sie in die Berge und im Herbst hinunter ins milde Klima der Donauftiefebene oder in die Mitte Rumäniens nach Satu Mare und Tirgu Mures.

Wo genau diese Winterquartiere sich befanden, darüber gingen die Meinungen unserer Helfer in Rumänien weit auseinander. Zwei, drei Tage suchten wir vergeblich in der weiten Landschaft um Tirgu Mures nach Wanderschäfern aus Jina und Poiana, um schließlich in der verlassensten Gegend auf Jon Vonica zu stoßen und Georghie, seinen Helfer. Die beiden waren seit drei Monaten in der Denescheiba im Winterquartier und bereiteten gerade ihre Rückkehr nach Jina vor. Jon wirkte mehr wie ein Seeräuber als wie ein Schäfer. Er war braungebrannt, groß gewachsen und, wie sich noch herausstellen sollte, ein guter Schauspieler und ein noch größeres Schlitzohr. Der alte Georghie dagegen wirkte ein wenig schüchtern und zurückhaltend. Er hatte, wie er oft betonte, schon zuviel vom Leben mitbekommen.

Das Winterquartier lag in einer Hügellandschaft. Die Unterkunft bestand aus einem überdachten, seitlich offenem Holzkasten, halb so groß wie ein Hühnerstall. In ihm schliefen Jon und Georghie. Daneben gab es einen Pferch für die Schafe. Jon erzählte gleich von seinen täglichen Auseinandersetzungen mit den Wölfen, von den Verlusten, die er im Winter hinnehmen musste, von der schlechten Zeit für Schäfer und und und…

Wir übernachteten dort und hörten kurz nach Mitternacht, wie seine Hunde einen Wolf jagten, der scheinbar ein Lamm geholt hatte. Die Meute kehrte bald unverrichteter Dinge zurück. Der Wolf musste sich schnell seiner Verfolger entledigt haben.

Am nächsten Tag brachen Georghie und Jon auf, - aber erst, nachdem die Höhe des Honorars für Jons Filmpräsenz unter Jammern, Klagen und Hinweisen auf seine schlechte Finanzlage geklärt war - um nach Jina zurückzukehren. In zwei Wochen wollten sie zu Hause sein. Wir vereinbarten unterwegs Treffpunkte, um die Rückkehr nach Jina filmisch zu dokumentieren.

Unterhalb von Jina und Poiana liegt die alte deutsche Siedlung Dobirka. Von den ehemals 500 deutschen Einwohnern leben heute nur noch 15 im Dorf. Der Bäcker von Dobirka, der etliche Jahre als Zimmerer für die Wanderschäfer in Poiana gearbeitet hatte, erzählte uns, warum deren Häuser so prunkvoll gebaut wurden: Drei Viertel der Räume in diesen großen Häusern - von denen die meisten noch unverputzt sind - werden nicht benutzt, sie dienen nur der Repräsentation. Die Familien der Schäfer bewohnen in den großen Häusern ganz bescheiden nur ein, zwei Räume, so viele, wie zuvor in ihren kleinen Häusern. Die Situation der Wanderschäfer in Rumänien, so hört man in den Bergdörfern Jina und Poiana, ist zur Zeit sehr prekär. Die Zeit Ceaucescus hat ein großes Durcheinander auf den landwirtschaftlichen Grundstücken Rumäniens hinterlassen. Staatseigentum von früher wurde Privatbesitz. Viele der alten Schafwege sind für die Herden heute gesperrt. Die neuen Grundbesitzer achten streng darauf, dass auf ihrem Privatgrund keine Schafe weder weiden noch durchziehen. Zudem hat das Kapital Schaf in den letzten Jahren viel an Wert verloren.

Von den einstmals 40 Herden von Jina gehen heute nur noch sieben auf die Walz. Einige gaben auf, wie der Fellgerber Konstantin aus Jina erzählte, andere wurden sesshaft und kauften sich Grundstücke und Höfe in Regionen mit milderem Klima. Nur einmal im Jahr, zum Osterfest, kehren alle ins Dorf zurück: Wanderschäfer und ehemalige Wanderschäfer.

Sender: 3sat
Sendetermin: 16.04.2006 - 12.15 Uhr (1. Teil) &
17.04.2006 - 12.15 Uhr (2. Teil) je 45 min.

Interview mit Antje 4.April.2006

Posted by Sven de Vries in Sonstiges.
add a comment

Auf dem Portal bio-hannover.de gibt es Interview mit meiner Chefin vom Adolphshof zu lesen. Ich habe das mal hier einfach übernommen:

Schafhaltung in der Region Hannover
Ein Interview mit der Schäferin Antje Reps vom Gut Adolphshof

Antje Reps kümmert sich auf dem Gut Adolphshof um die wolligen Vierbeiner. Sie sieht sich nicht als klassische Schäferin, da sie nicht mit einem Hütehund die Herde täglich auf neue Weideflächen führt. Stattdessen grasen Ihre Schafe auf den Weiden in der Nähe des Hofes, um sie täglich zum Melken zu holen.

Frau Reps hat uns in einem Interview einen anschaulichen Eindruck von ihrer täglichen Arbeit als Schäferin vermittelt und gibt Ihnen Tipps für den Einkauf von Lammfleisch.

Frau Reps, seit wann werden auf dem Gut Adolphshof Schafe gehalten und zu welchem Zweck?

Seit das Gut Adolphshof besteht, gibt es Schafe auf dem Hof. Zuerst wurden Merinoschafe gehalten, die uns Fleisch und Wolle lieferten. Seit 2001 liegt unser Schwerpunkt auf der Käseherstellung, daher haben wir eine Milchschaf- und Milchziegenherde aufgebaut. Derzeit liefern ca. 50 ostfriesische Milchschafe und 28 weiße deutsche Edelziegen die dafür notwendige Milch. Die Schafrasse ist besonders auf Milchleistung gezüchtet, Fleisch und Wolle spielen bei uns keine große Rolle mehr. Unter unseren Kunden sind auch viele Allergiker, die besonders Schaf- und Ziegenmilchprodukte nachfragen.

Beschreiben Sie uns doch bitte die Schafhaltung auf dem Hof

Ab Mitte April bis Oktober sind alle Tiere Tag und Nacht auf der Weide und werden nur zum Melken in den Stall geholt. Während dieser Zeit bekommen die Schafe und Ziegen nur das Gras von unseren Bioweiden und größtenteils selbst erzeugtes Getreide und Erbsen. Natürlich alles in Bio-Qualität. Ende Oktober sind dann alle Schafe und Ziegen wieder gedeckt und die Milch wird immer weniger, so dass wir Anfang November ganz mit dem Melken aufhören. Die Melkpause bis Januar dient den Mutterschafen zum Kräfte sammeln, um möglichst viel Energie in die Entwicklung der Lämmer stecken zu können.

Wann werden bei Ihnen die Lämmer geboren? Legen Sie die Ablammzeit passend zum Ostergeschäft

Die ostfriesischen Milchschafe können nur in der Zeit von August bis Dezember gedeckt werden. Da können wir wenig beeinflussen. Wir versuchen daher die Tiere so früh wie möglich zu decken, damit wir mit der Milchsaison gleich im Januar, wenn die neuen Lämmer geboren sind, starten können. Da wir den Schwerpunkt nicht mehr auf das Fleisch, sondern auf Käsespezialitäten legen, möchten wir so viel Milch wie möglich von den Muttertieren ermelken. Daher werden unsere Lämmer schon nach einigen Tagen von der Mutter getrennt. Die Nachzuchtlämmer ziehen wir selber auf, die restlichen Lämmer verkaufen wir an Mäster oder an andere Züchter. Zu Ostern haben diese Lämmer ein Gewicht von 30 bis 40 kg und könnten dann als Osterbraten verkauft werden.

Was sind die Besonderheiten in der ökologischen Schafhaltung?

Bioschafe haben viel Platz im Stall und auf der Weide. Die EU- Biorichtlinien sowie die Verbandsrichtlinien schreiben hierfür einen Mindeststandard vor (1 ½ m² pro Tier im Stall und höchstens 13 Schafe pro Hektar auf der Weide), der von uns noch übertroffen wird.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Fütterung mit ökologischem Futter aus eigenem Anbau. Wachstumshormone sind im ökologischen Landbau generell verboten.
Wenn die Lämmer von der Mutter getrennt werden, bekommen die Lämmer weiterhin natürliche Milch (Kuhmilch), denn Milchersatzprodukte sind auch verboten.
Sollten die Tiere einmal krank werden, so wird zuerst mit alternativen Heilmethoden versucht das Tier zu behandeln. Prophylaktische Behandlung gibt es bei uns gar nicht.
Natürlich sollen die Tiere nicht leiden, so dass wir in Ausnahmefällen auch Antibiotika geben müssen. Diese Tiere verlieren nach dreimaliger Behandlung innerhalb eines Jahres den Bio-Status. Mit diesen Tieren wird selbstverständlich nicht weitergezüchtet, so dass unsere Schafherde durch diese Selektion sehr viel robuster ist.

Wie sieht Ihr Tagesablauf als Schäferin aus?

Morgens hole ich als erstes die Tiere von der Weide und stehe dann ab 6.15 Uhr im Melkstand. Dort füttere ich die Schafe mit Getreide und Heu. Ich selber frühstücke so gegen 8 Uhr und habe dann meine Arbeitsbesprechung. In der Zwischenzeit haben auch die Schafe ihr Heu gefressen, so dass ich die Tiere wieder auf die Weide bringen kann.
Im Winter bin ich bis 16 Uhr mit Einstreuen, Futter besorgen, Reparaturarbeiten beschäftigt. Im Sommer steht das Umstecken von Weidezäunen und Pflegemaßnahmen wie beispielsweise das Klauen schneiden im Mittelpunkt. Abends werden die Tiere das zweite Mal gemolken. Nach circa zwei Stunden bringe ich die Schafe wieder zurück auf die Weide.

Wenn wir kleine Lämmer haben, kommt noch hinzu, dass ich drei mal am Tag warme Kuhmilch aus Nuckeleimern oder Rinnen verfüttere. Dies fordert relativ viel Zeit, macht aber auch besonders Spaß.

Was ist für Sie das schöne an der Schafhaltung?

Das tolle an unserer Schafhaltung ist, dass die Schafe besonders zutraulich sind. Milchschafe sind nämlich keine Herdentiere, sondern Einzelindividuen, die eine Bezugsperson brauchen. Und daher ist noch nicht einmal Futter nötig, um die Schafe auf die Weide zu locken. Sie folgen mir einfach so.
Was ganz Besonderes ist die Lammzeit. Sie ist sehr anstrengend, da ich auch nachts oft aufstehen muss, um nach den lammenden Tieren zu schauen und evtl. zu helfen. Aber auch wenn die Lämmer sehr viel Zuwendung benötigen ist es doch ein dankbarer Job.

Worauf sollten Verbraucher beim Kauf von Lammfleisch achten? Was zeichnet Lammfleisch aus?

Zum einen sollten Sie deutsches Lammfleisch kaufen, denn das Fleisch unterliegt strengen Kontrollen. Und dann sollte es möglichst Biofleisch sein. Die Vorzüge der Fütterung und Haltung habe ich ja schon benannt. Die mindestens einmal im Jahr stattfindende strenge Biokontrolle sorgt dafür, dass Sie sich als Verbraucher über die Bioqualität sicher sein können.

Außerdem schmeckt Bioschaffleisch durch das Gras und die vielen Kräuter von der Weide einfach würziger. Bei konventionellen Schafen wird dagegen häufig vor der Schlachtung noch eine Endmast im Stall durchgeführt, was sich negativ auf den Geschmack auswirkt.

Beim Kauf von Lammfleisch kann man eine einfache Regel befolgen. Junges Fleisch erkennt man an der hellroten Farbe. Je heller umso saftiger das Fleisch und umso weniger intensiv der Schafgeschmack, da es von jungen Tieren stammt.
Ein absoluter Geheimtipp ist das Fleisch von Milchschaflämmern, denn das ist besonders mild im Schafgeschmack und eignet sich deshalb auch gut für Einsteiger.

Wir danken Ihnen Frau Reps für das Interview

Na, da wird Antje sich aber freuen, dass ich das Interview auf meiner Seite auch noch mal veröffentliche… :-)

Links:

Bei Wind und Wetter bei der Herde 3.April.2006

Posted by Sven de Vries in Nachrichten.
add a comment

via. Baden-Online

Wanderschäfer Roland Hall aus Rottweil ist mit seinen 600 Schafen derzeit bei Holzhausen unterwegs

Auf den ersten Blick ist es ein idyllisches Bild, das sich derzeit zwischen Hausgereut und Holzhausen bietet: Seit Mitte Februar weidet dort die Schafherde von Roland Hall aus Rottweil. Seit 25 Jahren kommt er regelmäßig um diese Zeit ins Hanauerland. Doch mit Idylle hat sein Beruf nichts zu tun.

Von: Michael Müller

Rheinau-Holzhausen. Ein speckiger Mantel, vom Wetter gegerbte Gesichtszüge, Drei-Tage-Bart: Dass das Leben von Roland Hall kein Zuckerschlecken ist, sieht man ihm an. Bei Wind und Wetter ist er draußen, um sich um seine Schafherde zu kümmern. Im Moment beweiden seine Tiere die Wiesen zwischen Rheinbischofsheim, Hausgereut und Holzhausen. »Bari«, sein Hund, eine leicht zottelige Mischung aus Pudel und Schäferhund, passt auf, dass sie nicht ausbüxen.
Roland Hall ist Wanderschäfer. Im Sommer sind seine Tiere auf der Wacholderheide bei Rottweil. Mitte Januar begann seine Wanderung. Die Schafe im Winter im Stall zu halten wäre viel zu teuer, erzählt er. Die Durchtriebsgenehmigungen muss er sich bei den jeweiligen Landratsämtern holen. Anfang Februar traf er hier ein. Seit 25 Jahren kommt er regelmäßig um diese Zeit nach Rheinau. Bis Mitte April wird er bleiben.
Praxisferne Auflagen
600 Tiere zählt seine Herde. »Man braucht heute doppelt so viele Tiere wie früher, um zu überleben.« Die Fleischpreise seien heute »so hoch wie vor 20 Jahren« klagt er, und was die Wolle bringt, ist noch weniger: 60 Cent kriegt er noch fürs Kilo – Tendenz fallend. Im Laden verkauft wird sie für 70 bis 80 Euro je Kilo, sagt er.
Umso mehr wuchert die Bürokratie. So muss er penibel Buch führen, was er pro Tag beweidet. Dabei sei kaum Zeit für all den Papierkram – vor allem wenn die Lammzeit kommt. Da ist er von morgens bis abends auf den Beinen. Und es kommen immer mehr Auflagen hinzu, klagt er. Jetzt plant die EU auch noch, den Tieren Chips zu implantieren, damit man nachvollziehen kann, wo das Schaf herkommt. Und auch die Vorschriften in puncto Tierschutz würden immer mehr – und immer praxisferner. Denn eigentlich seien Schafe robust genug.
Bevor er seine Wanderung antritt, kommt der Amtstierarzt und schaut, ob die Tiere fit sind für die Wanderung. Ansonsten ist Hall praktisch auf sich allein gestellt. Einen Helfer hat er noch dabei. Wenn ein Tier krank wird, besorgt er sich die Medikamente – doch »die Behandlung machen wir selbst«, sagt er.
Abends baut er einen Pferch, worin die Tiere übernachten – das Material bringt er in einem Anhänger selbst mit. Hall selbst übernachtet in einem Wohnwagen, den er in Holzhausen stehen hat. Urlaub gibt’s nicht: Egal ob Werk- oder Feiertag – er muss immer bei der Herde bleiben. Familie hat er nicht: »Für so was muss eine Frau geboren sein«, sagt er.
Bei ihm war’s noch anders. Schon sein Vater war Schäfer. Er selbst begann vor 30 Jahren seine Lehre; seit er 18 ist, ist er selbstständig. Und er wird es bleiben – trotz allem. »Jetzt bin ich 46 – wenn ich jetzt noch in die Industrie wechseln sollte …«, sinniert er. »Außerdem: Als Schäfer hält man’s dort eh nicht aus.«

Siehe auch:

Buchtipp: Milchschafe halten 3.April.2006

Posted by Sven de Vries in Buchempfehlungen.
add a comment

Buchtitel Milchschafe halten

Beschreibung des Verlags:
Dieses Buch vermittelt praxisnah und leicht verständlich über den Anfang einer Schafhaltung und den Kauf des ersten Schafes, über Weide und Stall, Geräte für die Schafthaltung, über Fütterung und Pflege, Vermehrung und Zucht, über Milch, Käse und Wolle, über Schlachten und Vermarktung und über Gesunderhaltung und Krankheiten der Schafe.

Rezension von amazon.de (…die ich gut finde)
Das Buch eines der erfolgreichsten und renommiertesten Milchschafzüchter Deutschlands ist für mich neben der leider nicht mehr aufgelegten Ida Schwintzer die ‘Bibel’ der Milchschafhalter. Von der Beschreibung der Rasse ‘Milchschaf’ über die Weide, den Stall, den Kauf des ersten Schafs bis zur Erkennung von Krankheiten sind über 20 Jahre Erfahrung mit der Zucht von Milchschafen in diesem Standardwerk nachzulesen. Ich habe mich mit den Abbildungen des Buches vor Augen getraut, meinem ersten Schaf die Klauen zu schneiden. Auch jetzt, nach 15 Jahren Milchschafhaltung, entdecke ich immer noch wertvolle Ratschläge.

Eigene Meinung:
Ich finde das Buch ausgesprochen gut und es war das Buch, was mir in die Hand gedrückt wurde, als ich nach einem gutem Buch gefragt habe. Ich kenne keineN der/die sich mit Schafen beschäftigt und das Buch nicht im Schrank stehen hat.

Links:

TV-Tipp: Fressen für den Naturschutz - Lämmer als Landschaftspfleger 1.April.2006

Posted by Sven de Vries in Termine.
add a comment

Morgen (Sonntag, den 2 April 2006) kommt um 13,15 Uhr die wunderbare Sendung ZDF.Umwelt mit einem Beitrag über Landschaftspflege mit Schafen.


Die Ankündigung auf der Seite vom ZDF:

Das Engeltal in der Oberpfalz ist eine Region der besonderen Art. In dem wacholderreichen Gebiet leben viele vom Aussterben bedrohte Arten. Dass sie sich dort wohl fühlen, haben sie vor allem dem zuverlässigen Appetit von Schafen zu verdanken.

Eine Landschaft zum Genießen - das trifft auf die Jurahänge der Oberpfalz im wörtlichen Sinne sogar zweifach zu: Sonnige Rasenflächen, geprägt von Kalkfelsen und Wacholderpflanzen schaffen ein reizvolles Landschaftsbild, das nicht nur Naturfreunde begeistert. Auch seltene Pflanzen- und Tierarten finden dort gute Lebensbedingungen, etwa der Segelfalter, die rotflügelige Schnarrschrecke oder der Kreuzenzian-Ameisenbläuling.

Schafe halten Wiesen offen.

Sie alle sind abhängig von der Landschaft - und die wird von ganz besonderen Pflegekräften am Leben erhalten: Schafen. Die Tiere ziehen über die Hänge und fressen alles kurz und klein, was die Flächen zu verwildern droht. Die Schafe sind aber auch mehr als nur wandelnde Rasenmäher. Sie sorgen für den zweiten “Genuss-Aspekt”: Die Tiere liefern ein hervorragendes Fleisch, das wegen des besonderen Geschmacks geschätzt wird und als regionale Spezialität vermarktet wird. Die Lämmer leben von Muttermilch und frischem Gras. Die besondere Geschmacksnote erhalten sie durch den hohen Kräuteranteil der Trockenwiesen.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Tatsache, dass die Tiere völlig natürlich aufwachsen. Denn außer dem, was auf den Wiesen wächst, sind nur rein pflanzliche Futtermittel aus dem Projektgebiet erlaubt. Ebenso verboten sind Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger oder Klärschlamm. Von den Vorzügen der Schafe profitiert die ganze Region. Verschiedene Landkreise, Naturschutzbehörden, Landschaftspflegeverbände, Kommunen, Schäfer, Metzger und Gastronomen haben sich deshalb zum Projekt “Juradistl-Lamm” zusammengeschlossen. So helfen sie alle mit, die alte Kulturlandschaft zu erhalten.

Programm: ZDF
Sendetermin: 02.04.2006 - 13,15 Uhr

Wölfe töten erstmals wieder Schafe 1.April.2006

Posted by Sven de Vries in Nachrichten.
add a comment

via sz-Online (Sachsen im Netz - 8. März 2006)

Dresden - Erstmals seit rund zwei Jahren sind den wild lebenden Wölfen in der Lausitz wieder Schafe zum Opfer gefallen. Wie die „Sächsische Zeitung“ berichtet, hat das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ zwei Vorfälle bestätigt. So seien in der Nacht zum Montag nördlich von Hoyerswerda ein Lamm und Ende Februar bei Uhyst (Niederschlesischer Oberlausitzkreis) ein Schaf von Wölfen gerissen worden. Die Halter würden nun bei der Anschaffung von Schutzzäunen unterstützt. (dpa)

Kommentar von mir: Sicher gibt es einen Haufen Schafhalter die jetzt wieder anfangen mit: “Ich hab es immer gewusst” und “Wölfe sind eben nichts für Deutschland”. Mumpitz sag ich da. Es ist gut und richtig, dass es endlich wieder Wölfe in Deutschland gibt. Möchte mal wissen wieviele Schafe im Strassenverkehr ums Leben kommen oder von Hunden gerissen werden.

Hundehalter muss Schafe bezahlen 1.April.2006

Posted by Sven de Vries in Nachrichten.
add a comment

via Kölner Stadt-Anzeiger (11. März 2006)

Sankt Augustin / Bonn - Ein Jugendstreich dreier Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren beschäftigte jetzt die zivile Berufungskammer des Bonner Landgerichts. Am 18. Juli 2004 waren die Teenager über den Zaun einer Schafweide am Flugplatz Hangelar gesprungen. Mit dabei hatte einer der Jungs seinen Hund, einen Mischling mittlerer Größe. Gemeinsam tobten sie zwischen den Schafen umher und hörten erst auf, als der von einer Spaziergängerin alarmierte Schäfer sie zur Rede stellte.

Kurze Zeit später folgte der Schock für den Schafhalter: Sechs seiner tragenden Tiere erlitten Frühgeburten, bei denen neun Lämmer starben. Zudem verendete eines der Mutterschafe. Daraufhin forderte der Schäfer von der Mutter eines der beteiligten Jungen als Besitzerin des Hundes Schadensersatz in Höhe von rund 1100 Euro. Aufgrund der Tierhalterhaftung der Beklagten entschied das Siegburger Amtsgericht am 3. Juni 2005, dass die Frau den Schadensersatz in voller Höhe begleichen muss, da ihr Hund die Schafe hetzte und umhertrieb.

Gegen dieses Urteil legte die Hundebesitzerin jedoch Berufung ein, da ihrer Meinung nach erst ein Gutachten belegen müsse, dass ihr Hund die Fehlgeburten verschuldet habe. Die 8. Zivilkammer des Bonner Landgerichts beauftragte eigens einen gelernten Landwirtschaftsmeister als Schaf-Sachverständigen. Der Experte legte vor Gericht dar, dass Schafe, auch wenn sie einen ruhigen Eindruck machen, sehr stressanfällige Fluchttiere sind. Er kam zu dem Schluss, dass ein fremder Hund, der sich in der Herde herumtreibt, bei den Tieren durchaus zu Stress auslösen kann. Das könne zu Frühgeburten mit Komplikationen führen. Von den Ausführungen des Sachverständigen überzeugt, nahm die Beklagte die Berufung zurück. Nun wird der Schäfer seinen Schaden ersetzt bekommen.