Ostfriesisches Milchschaf 14.April.2006
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Zuletzt aktualisiert am 24.06.2006
Andere Bezeichnungen:
- Deutsches Milchschaf (alte Bezeichnung)
Kennzeichen:
Das Ostfriesische Milchschaf ist ein kräftiges, großrahmiges und widerstandsfähiges Schaf mit langem leicht ramsnasigen, unbewollten Kopf von stolzem aussehen. Es hat große Augen mit stark entwickelten Tränendrüsen. Lange nach vorn gerichtete Ohren und eine breite, tiefe Brust mit gutem Anschluss an Hals und den geraden Rücken. Der Schwanz ist lang und von der Wurzel an unbehaart (Rattenschwanz). Breit angesetztes festes Euter mit kräftigen seitlich nach unten gerichteten Strichen. Es gibt das Ostfriesische Milchschaf sowohl in weißer als auch schwarzer Färbung. Reinrassige schwarze Milchschafe sind sehr selten (Nur etwa 500 Tiere in Deutschland). Gewicht der Muttertiere 70 – 100 kg bei 70-80 cm Wiederristhöhe und das der Böcke 90 – 130 kg bei 85 – 95 cm Wiederristhöhe.
Verbreitung
Das ostfriesische Milchschaf macht in Deutschland etwa 4 % des Gesamtschafbestandes aus und wird Schwerpunktmäßig in Nordrhein-Westfalen, Sachsen un dem Weser-Ems-Gebiet gehalten.
Eigenschaften & Leistung:
Ca. 400 – 600 kg Milch bei etwa 5 bis 6 % Fett und 4 bis 5 % Eiweiß. Laktation: 220 Tage 1. Jahr 300kg 2. Jahr 400kg Bei dem ostfriesischen Milchschaf spricht mensch von den „drei F's“. Fruchtbar, (mehrheitlich Zwillingsgeburten, mehr Drillinge als Einlinge) Frühreif (Erste Lammung mit 12 Monaten) und Frohwüchsig (durchschnittliche täglich zunahme bis 50 kg: 300 – 400 g.) Die Wollleistung liegt bei etwa 5 – 7 kg Schweißwolle.
Geschichte:
Die Geschichte des Milchschafs beginnt bereits um 3000 vor Christus. Aus dieser Zeit ist eine Abbildung eines Schafes das gemolken wird erhalten. Im Jahre 1405 vor Christus findet Schafmilch Erwähnung in der Bibel (5. Mose 32,14). In Homers Odyssee (800 vor Christus) wird vom Schaf als Haustier und Milchlieferant der Zyklopen berichtet. Die genaue Anwendung von Lab wird dann, 350 vor Christus von Aristoteles und Varro beschrieben. Etwa 50 nach Christus schreibt Plinius der ältere voll des Lobes über Schafkäse. Die nachvollziehbare Geschichte des Ostfriesischen Milchschafs beginnt dann mit der Erwähnung der außerordentlichen Größe und höheren Fruchtbarkeit des Ostfriesischen Marschenschafes im Vergleich zu anderen Schafen (1530; in der lateinischen Handschrift „Descriptis Frisiae“ von Ritter Henricus Ubbius). 23 Jahre später schreibt Wilhelm der Voldersgraf ähnliches. Die älteste aus dem deutschsprachigem Raum erhaltene Abbildung eines Schafes das gemolken wird, stammt aus dem Jahre 1682 (aus der Georgica Curiosa). Im Jahre 1800 sind in Ostfriesland zwei Schläge des Marschenschafes bekannt, das kleinere, milchreichere „Einländische oder Groninger Schaf“ und das größere Friesenschaf mit der besseren Wolle. 1850 wird durch Selektion und Kreuzung ein einheitlicher Typ, das „Groninger Marschenschaf“ erzielt. Die erste Milchleistungsprüfung bei Schafen in Ostfriesland findet dann 1889 statt. Ein Jahr später schließen sich die Milchschafzüchter aus dem Kreis Norden zusammen und definieren ein erstes anzustrebendes Zuchtziel. Um 1906 beginnt die Ausbreitung des Milchschafes ins Binnenland. 1912 gründen sieben Ostfriesische Vereine den „Milchschafzuchtverband für Ostfriesland“ und beginnen mit der planmäßigen Herdbuchzucht. 1936 wird die Rasse „Ostfriesisches Milchschaf“ mit dem Reichstierschutzgesetz anerkannt. Aufgrund der weiten Verbreitung in ganz Deutschland wird das Ostfriesische Milchschaf 1979 in „Deutsches Milchschaf“ umbenannt, muss dann (1985) aber wieder in Ostfriesisches Milchschaf umbenannt werden, da der neue Name sich nicht durchsetzen konnte.
Bild:

Weitere Themenverwandte Artikel aus meinem Blog:
Interessante Links:
- Schweizer Vereinigung für das Ostfriesische Milchschaf (OFM)
- Weblog über Milchschafe.
- Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland: Ostfriesisches Milchschaf.
- Populationsgenetische Untersuchungen von Milchleistungs- und Exterieurmerkmalen beim ostfriesischen und schwarz-braunen Milchschaf von Annette Horstick (2001)
- Populationsgenetische Untersuchungen von Fruchtbarkeits-, Milchleistungs- und Körpermerkmalen beim Ostfriesischen Milchschaf von Gerda Wessels (2003)
- Rahmann, Gerold (2001) Zahlen zur ökologischen Milchschafhaltung (PDF; 655 KB).


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Hallo Sven,
schön das du auf meinem Blog vorbeigeschaut hast. Es gibt bisher tatsächlich wenig zum Milchschaf im Internet.
Kleine Anmerkung zum Text oben: Ich meine, dass das Ostfriesiche Milchschaf zum Deutschen Milchschaf wurde, weil es eben heute sehr viel weiter verbreitet ist als im ursprünglichen Zuchtgebiet.
Das ist richtig. Ich dachte das hätte ich auch klar gemacht:
Oder habe ich dich falsch verstanden..?
Sorry, mein Fehler. Ich hab deine Beschreibung nicht ganz zu Ende gelesen. Es heisst also wieder Ostfriesisches Milchschaf.