Bei Wind und Wetter bei der Herde 3.April.2006
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via. Baden-Online
Wanderschäfer Roland Hall aus Rottweil ist mit seinen 600 Schafen derzeit bei Holzhausen unterwegs
Auf den ersten Blick ist es ein idyllisches Bild, das sich derzeit zwischen Hausgereut und Holzhausen bietet: Seit Mitte Februar weidet dort die Schafherde von Roland Hall aus Rottweil. Seit 25 Jahren kommt er regelmäßig um diese Zeit ins Hanauerland. Doch mit Idylle hat sein Beruf nichts zu tun.
Von: Michael Müller
Rheinau-Holzhausen. Ein speckiger Mantel, vom Wetter gegerbte Gesichtszüge, Drei-Tage-Bart: Dass das Leben von Roland Hall kein Zuckerschlecken ist, sieht man ihm an. Bei Wind und Wetter ist er draußen, um sich um seine Schafherde zu kümmern. Im Moment beweiden seine Tiere die Wiesen zwischen Rheinbischofsheim, Hausgereut und Holzhausen. »Bari«, sein Hund, eine leicht zottelige Mischung aus Pudel und Schäferhund, passt auf, dass sie nicht ausbüxen.
Roland Hall ist Wanderschäfer. Im Sommer sind seine Tiere auf der Wacholderheide bei Rottweil. Mitte Januar begann seine Wanderung. Die Schafe im Winter im Stall zu halten wäre viel zu teuer, erzählt er. Die Durchtriebsgenehmigungen muss er sich bei den jeweiligen Landratsämtern holen. Anfang Februar traf er hier ein. Seit 25 Jahren kommt er regelmäßig um diese Zeit nach Rheinau. Bis Mitte April wird er bleiben.
Praxisferne Auflagen
600 Tiere zählt seine Herde. »Man braucht heute doppelt so viele Tiere wie früher, um zu überleben.« Die Fleischpreise seien heute »so hoch wie vor 20 Jahren« klagt er, und was die Wolle bringt, ist noch weniger: 60 Cent kriegt er noch fürs Kilo – Tendenz fallend. Im Laden verkauft wird sie für 70 bis 80 Euro je Kilo, sagt er.
Umso mehr wuchert die Bürokratie. So muss er penibel Buch führen, was er pro Tag beweidet. Dabei sei kaum Zeit für all den Papierkram – vor allem wenn die Lammzeit kommt. Da ist er von morgens bis abends auf den Beinen. Und es kommen immer mehr Auflagen hinzu, klagt er. Jetzt plant die EU auch noch, den Tieren Chips zu implantieren, damit man nachvollziehen kann, wo das Schaf herkommt. Und auch die Vorschriften in puncto Tierschutz würden immer mehr – und immer praxisferner. Denn eigentlich seien Schafe robust genug.
Bevor er seine Wanderung antritt, kommt der Amtstierarzt und schaut, ob die Tiere fit sind für die Wanderung. Ansonsten ist Hall praktisch auf sich allein gestellt. Einen Helfer hat er noch dabei. Wenn ein Tier krank wird, besorgt er sich die Medikamente – doch »die Behandlung machen wir selbst«, sagt er.
Abends baut er einen Pferch, worin die Tiere übernachten – das Material bringt er in einem Anhänger selbst mit. Hall selbst übernachtet in einem Wohnwagen, den er in Holzhausen stehen hat. Urlaub gibt’s nicht: Egal ob Werk- oder Feiertag – er muss immer bei der Herde bleiben. Familie hat er nicht: »Für so was muss eine Frau geboren sein«, sagt er.
Bei ihm war’s noch anders. Schon sein Vater war Schäfer. Er selbst begann vor 30 Jahren seine Lehre; seit er 18 ist, ist er selbstständig. Und er wird es bleiben – trotz allem. »Jetzt bin ich 46 – wenn ich jetzt noch in die Industrie wechseln sollte …«, sinniert er. »Außerdem: Als Schäfer hält man’s dort eh nicht aus.«
Siehe auch:
Buchtipp: Milchschafe halten 3.April.2006
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Beschreibung des Verlags:
Dieses Buch vermittelt praxisnah und leicht verständlich über den Anfang einer Schafhaltung und den Kauf des ersten Schafes, über Weide und Stall, Geräte für die Schafthaltung, über Fütterung und Pflege, Vermehrung und Zucht, über Milch, Käse und Wolle, über Schlachten und Vermarktung und über Gesunderhaltung und Krankheiten der Schafe.
Rezension von amazon.de (…die ich gut finde)
Das Buch eines der erfolgreichsten und renommiertesten Milchschafzüchter Deutschlands ist für mich neben der leider nicht mehr aufgelegten Ida Schwintzer die ‘Bibel’ der Milchschafhalter. Von der Beschreibung der Rasse ‘Milchschaf’ über die Weide, den Stall, den Kauf des ersten Schafs bis zur Erkennung von Krankheiten sind über 20 Jahre Erfahrung mit der Zucht von Milchschafen in diesem Standardwerk nachzulesen. Ich habe mich mit den Abbildungen des Buches vor Augen getraut, meinem ersten Schaf die Klauen zu schneiden. Auch jetzt, nach 15 Jahren Milchschafhaltung, entdecke ich immer noch wertvolle Ratschläge.
Eigene Meinung:
Ich finde das Buch ausgesprochen gut und es war das Buch, was mir in die Hand gedrückt wurde, als ich nach einem gutem Buch gefragt habe. Ich kenne keineN der/die sich mit Schafen beschäftigt und das Buch nicht im Schrank stehen hat.
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